05.11.2025 – land und region

So, heute reden wir über eine Messe, auf der man nicht diskutiert, wie Landwirtschaft angeblich sein sollte, sondern auf der man sieht, was Landwirtschaft längst kann: die Agritechnica. Die weltgrößte Messe für Landtechnik. Vom 9. bis 15. November in Hannover. Genau hier, in Deutschland. Da, wo die bestausgebildeten Landwirtinnen und Landwirte der Welt jeden Tag Lebensmittel auf höchstem Niveau produzieren.

Und bevor jetzt wieder einer mit „Landwirtschaft ist doch rückständig“ anfängt: Setz dich hin. Hör zu. Und lern.

Denn dort stehen Maschinen, die nicht einfach nur fahren, sondern denken. Traktoren, die per Satellit im Zentimeterbereich lenken, Mähdrescher, die während der Fahrt den Pflanzenbestand analysieren und die Ernteleistung in Echtzeit anpassen. Das sind nicht einfach Maschinen, das sind Rechenzentren auf Rädern.

Und wer glaubt, dass hier einfach nur Diesel verbrannt wird, hat nicht verstanden, dass Landwirtschaft seit Jahrzehnten das ist, was andere Branchen erst mühsam werden wollen: präzise, datenbasiert, effizient.

„Nachhaltigkeit“ ist hier kein Werbeslogan, sondern Alltag. Weil Dünger, Wasser, Diesel und Boden wertvoll sind. Weil wir jeden Tropfen und jedes Korn ernst nehmen. Weil Effizienz nicht nur Zeit spart, sondern Klima schont.

Während draußen Debatten geführt werden, wie man nachhaltiger leben könnte, stehen hier die Lösungen, die es bereits tun. GPS, Sensorik, Satellit, Datenströme, Präzision im Millimeterbereich, Energiemanagement, Hydraulik, Robotik, Drohnenüberwachung, autonome Erntelinien, vernetzte Systeme. Das ist nicht Zukunft. Das ist Gegenwart. Unsere Gegenwart.

Und es ist nicht nur Technik. Es sind Menschen. Menschen, die seit Generationen wissen, was sie tun. Die Wertschöpfung nicht predigen, sondern herstellen. In Schichten, in Hitze, im Regen, im Staub. Mit Verantwortung für Boden, Tier und Lebensmittel. Und ja, mit Stolz.

Die Agritechnica ist die Bühne, auf der Landwirtschaft zeigt, was sie wirklich ist: nicht alt, nicht rückständig, nicht gestern, sondern eine der technisch anspruchsvollsten Branchen der Welt. Wer das gesehen hat, der redet nicht mehr über „Zurück zur Natur“ als romantische Waldwanderung. Der versteht, dass Natur erhalten heißt, sie professionell zu bewirtschaften. Mit Know-how. Mit Technik. Mit Herz.

Vielleicht wäre es eine Idee, bevor man Landwirtschaft kritisiert, einmal hierhin zu gehen. Einmal zuzuhören. Einmal anzuerkennen, was geleistet wird, jeden Tag, für Ernährungssicherheit, Landschaftspflege, Kultur, Heimat. Vielleicht einfach mal sagen: Gut gemacht. Weiter so. Wir brauchen das.

Aber wahrscheinlich nicht.

Autor:

Redaktion Land und Region
Christian Kluge

Fotos: Kluge Kommunikation

DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner