09.11.2025 – land und region
So, heute reden wir noch einmal über die Geflügelpest und darüber, wie manche Medien gerade versuchen, daraus ihre Lieblingsideologie zu basteln. Spoiler: Das ist ungefähr so sinnvoll, wie wenn man dem Zimmerbrand vorwirft, dass die Tapete brennbar war.
Also, Geflügelpest. Die kommt nicht aus dem Stall, die kommt von oben. Von Wildvögeln. Von Kranichen. Das bestätigt das Friedrich-Loeffler-Institut und nein, das sind keine Lobbyisten für die Hähnchenindustrie. Das sind Virologen. Menschen, die wissen, wie Viren funktionieren. Und es trifft diejenigen, die Verantwortung tragen: Geflügelhalter. Betriebe, Familien, Menschen, die jeden Tag im Stall stehen.
Die ihre Tiere kennen, nicht nur von Bildern oder illegal gemachten Videos. Und während sie Tiere verlieren, während sie nachts am Küchentisch sitzen und versuchen, nicht zusammenzuklappen, schreibt irgendwo jemand am Schreibtisch: „Das ist die Schuld der Massentierhaltung.“ Ja klar.
Massentierhaltung ist ein wunderbares Wort, weil es immer funktioniert, wenn man nicht nachdenken will. Es klingt moralisch überlegen und braucht keine Fakten. Aber das Virus kommt von draußen. Weil die Wildvögeln das Problem sind. Nicht der Stall.
Und dann wird so getan, als wären Bauern sadistische Tierstapler, die Tiere aus Spaß eng stellen. Nein. Tiere stehen in Gruppen, weil Stallbau, EU-Baurecht, Brandschutz und Tierseuchenrecht gemeinsame Realität sind. Und weil der Lebensmittelpreis nicht vom Gefühl, sondern vom Portemonnaie bestimmt wird.
Die gleichen Leute, die „artgerecht!“ schreien, sind oft dieselben, die im Supermarkt die Eier wieder zurücklegen, wenn sie nicht unter 25 Cent liegen. Moral gibt’s nur, wenn sie billig ist. Die Realität ist nicht das Instagram-Huhn auf der Blumenwiese. Die Realität ist: Je mehr Tiere draußen, desto höher das Infektionsrisiko. Das ist Biologie, nicht Ideologie.
Und dann diese moralische Verachtung: „Die armen Tiere wurden gekeult.“ Ja. Und glaubst du, da steht ein Bauer daneben und klatscht? Da steht jemand, der die Tiere gefüttert, gepflegt, gezüchtet hat. Das ist Trauer. Das ist Verlust. Das ist Existenzangst. Aber darüber redet keiner. Weil es einfacher ist, Schuld zu verteilen, als Realität zu verstehen.
Wenn man wirklich Tiere schützen will, dann braucht man Seuchenschutz, Biosicherheit, Forschung, Impfstrategien, internationale Zusammenarbeit und ehrliche Preise. Nicht Schlagzeilen-Religion.
Also: Wenn du das nächste Mal „Massentierhaltung!“ in die Welt schreist, frag dich doch mal vorher, auf wie vielen Höfen du schon warst und mit wie vielen Landwirten du tatsächlich gesprochen hast.
Aber wahrscheinlich nicht.
Autor:
Redaktion Land und Region
Christian Kluge
Fotos: Kluge Kommunikation