07.01.2026 – land und region
So, heute reden wir über einen Trend, der so dumm, so grenzdebil ist, dass man ihn eigentlich totschweigen müsste. Aber offenbar ist gesunder Menschenverstand inzwischen optional, also los. Es geht um diese selbsternannten Schmalspurhelden, die mit ihrem Auto auf einen Acker fahren. Bei Frost. Bei Schnee. Und dann anfangen zu driften, als wäre landwirtschaftliche Fläche ein kostenloser Freizeitpark für PS-getriebene Selbstüberschätzung und mangelnde Erziehung.
So passiert aktuell auf einem Roggenfeld in der Nähe von Bremen. Und nein, das ist leider kein Einzelfall. Ich höre und sehe das inzwischen aus mehreren Regionen.
Was soll ich dir Schmalspur-Revoluzzer mit Sitzheizung sagen? Ich könnte dir jetzt erklären, dass auf diesem Feld Roggen steht. Im Herbst gesät. Jetzt in Winterruhe. Damit er im Frühling weiterwächst und im Sommer geerntet wird. Und dann zu Mehl, zu Brot wird.
Ich könnte dir jetzt erklären, dass du mit deinem Auto den Boden geschädigt hast. Dass du Strukturen zerstörst hast, die über Jahre aufgebaut wurden. Dass so ein Schaden nicht nach dem nächsten Regen weg ist, sondern Ertrag kostet, Zeit kostet und Geld kostet.
Ich könnte dir jetzt erklären, dass du dich unerlaubt auf fremdem Eigentum bewegt hast. Dass das kein Spaß, kein Kavaliersdelikt und keine „coole Aktion“ ist, sondern schlicht Sachbeschädigung. Aber ganz ehrlich: Ich befürchte, nach dem ersten Satz wäre dein Aufnahmevermögen sowieso ausgestiegen und deshalb lasse ich es.
Was ich aber ganz sicher nicht lasse ist, dir zu sagen, was ich davon halte. Was du da gemacht hast, ist nicht mutig. Nicht cool. Nicht „ein bisschen wild“. Es ist erbärmlich. Du glaubst du hast ein Gelände bezwungen. Grenzbereiche ausgelotet. Du glaubst, das macht dich beeindrucken? Lass mich kurz überlegen. Mmmh, Nein.
Du hast nicht rebelliert. Du hast nicht provoziert. Du hast einfach auf fremdem Eigentum rumgewütet, weil dir offenbar nichts Besseres einfällt, um dich selbst für einen Moment interessant zu fühlen. Und jetzt sitzt du wahrscheinlich mit deinen Kumpels zusammen, zeigst ihnen dein Video, lachst darüber und isst dabei ein Roggenbrötchen.
Merkste was?
Es gäbe übrigens genau einen Weg, wie man aus so einer Nummer wieder halbwegs anständig rauskommt: Wach werden. Begreifen, was für ein Bullshit das war. Zum Landwirt gehen. Sich entschuldigen. Und den Schaden ausgleichen.
Das wäre erwachsen. Das wäre Charakter. Dann wäre es Ehre.
Aber wahrscheinlich nicht.
Autor:
Redaktion Land und Region
Christian Kluge
Fotos: Kluge Kommunikation