11.03.2026 – land und region

Frage: Würdest es lustig finden, wenn jemand deinem Säugling im Kinderwagen einen Döner gibt. Nein? Warum machst du das dann bei fremden Tieren? Deshalb reden wir heute über eine Sache, die viele Menschen wahrscheinlich gut meinen, die aber für Tiere richtig gefährlich werden kann. Tiere auf der Weide füttern.

Der Frühling beginnt, die Weidesaison startet und viele Menschen sind wieder draußen unterwegs. Und am Weidezaun treffen sich dann Tier und Mensch. Und dann passiert es. Jemand sieht eine Kuh. Oder ein Pferd. Oder ein Schaf. Und denkt: „Ach, das hat bestimmt Hunger.“

Dann wird in der Tasche gekramt. Ein Stück altes Brot. Der Rest vom Zuckerguss-Donut. Ein Apfel, der schon so aussieht, als hätte er selbst Bauchschmerzen. Und zack – fliegt das über den Zaun.

Ich stelle mir das manchmal andersherum vor. Du gehst mit deinem Kind im Kinderwagen spazieren. Es schaut neugierig in die Welt. Da kommt ein fremder Mensch vorbei, beugt sich über den Wagen und drückt deinem Kind einen Döner in die Hand. Du eskalierst. Zu Recht. Ungefähr so fühlt sich das für Landwirte und Tierhalter an, wenn fremde Menschen Tiere über den Zaun füttern.

Kuh, Pferd, Schaf und Ziege sind gebaut für Gras. Heu. Silage und Pflanzen. Nicht für Brot. Nicht für Süßkram. Und ganz sicher nicht für den Apfel, der seit drei Tagen im Rucksack vor sich hin gammelt. Der Stoffwechsel von Pflanzenfressern ist kein Biomülleimer.

Beim Pferd wird es besonders deutlich. Pferde haben ein empfindliches Verdauungssystem. Schon kleine Mengen falschen Futters können Koliken auslösen. Wenn es gut läuft, passiert nichts. Wenn es schlecht läuft, steht nachts der Tierarzt im Stall. Und wenn es richtig schlecht läuft, kommt am nächsten Morgen der Abdecker. Alles wegen eines Spaziergängers, der dachte: „Ach, das hat doch so süß geguckt.“

Viele meinen das nett. Aber nett und Ahnungslosigkeit ist eine ziemlich explosive Kombination. Ein Tier steht nicht am Zaun weil es Hunger hat. Nein. Das Tier steht da, weil da ein Mensch vorbeiläuft. Und weil Menschen leider die Angewohnheit haben, alles zu füttern, was Augen hat.

Wer Tiere hält, achtet sehr genau darauf, was sie fressen. Futterrationen sind abgestimmt, Mengen werden kontrolliert, und manche Tiere dürfen bestimmte Dinge überhaupt nicht bekommen. Wenn dann über den Zaun plötzlich Brot, Obst oder andere Sachen verteilt werden, gerät alles außer Kontrolle.

Deshalb die einfache Regel: Fremde Tiere bitte nicht füttern. Die Weide ist kein Komposthaufen.  Ob das in diesem Jahr alle verstehen? Ich weiß es nicht. Aber wahrscheinlich nicht.

 

Autor:

Redaktion Land und Region
Christian Kluge

Fotos: Kluge Kommunikation

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