01.04.2026 – land und region

So, heute reden wir über Spritpreise. Oder anders gesagt: über das neue medizinische Hobby vieler Menschen – auf die Zapfsäule starren und kurz überlegen, ob das schon ein Gehrinschlag ist. Diesel so teuer wie nie. Benzin so teuer wie nie. Und die Politik so: „Ja, ist halt gerade schwierig.“ Schwierig ist auch, wenn du auf der Toilette sitzt und die Wasserspülung nicht geht.

Das Problem ist ja nicht nur dein Auto. Das Problem ist alles, was sich bewegt. Und auf dem Land bewegt sich alles. Der Trecker. Der Mähdrescher. Der Milchwagen. Der Pflegedienst. Der Tierarzt. Hier fährt nichts aus Spaß. Hier fährt alles, weil es muss.

Und jetzt kommt die von Straße von Hormus ins Spiel. Da fährt ein großer Teil von dem durch, was wir hier jeden Tag in den Tank kippen. Und wenn es da knirscht, knirscht es bei uns an der Zapfsäule. Und dann muss hier gehandelt werden.

Aber jetzt wird’s spannend. Denn Diesel ist nicht nur teuer. Bei uns ist Energie insgesamt teuer. Richtig teuer. Und wenn Energie teuer ist, passiert noch etwas: Dünger wird zum Luxusgut. Oder besser gesagt, er wird gar nicht mehr produziert. Nicht nur, weil irgendwo im Nahen Osten irgendwas auf irgendeinem Schiff hängt. Sondern weil es sich bei uns einfach nicht mehr lohnt. Und das ist der Punkt. Denn Düngerproduktion ist extrem energieintensiv. Das ist keine kleine Stellschraube. Das ist die Hauptleitung. Wenn da der Hahn zugedreht wird, kommt hinten nichts mehr raus.

Bei den Energiepreisen hören die Firmen einfach auf zu produzieren. Wo habe ich das denn schon mal gehört? Kann man machen. Hat halt Folgen. Und die kommen nicht morgen. Die kommen später. Auf dem Acker wird jetzt weniger gedüngt. Oder gar nicht. Nicht, weil Landwirte plötzlich sagen: „Ach, heute mal ohne.“ Sondern weil es wirtschaftlich einfach nicht mehr geht. Und was heute nicht wächst, fehlt im Sommer. Und im Herbst. Und was dann fehlt, liegt im Winter nicht im Regal.

Und dann stehen wir wieder alle da und sagen: „Warum sind Lebensmittel so teuer geworden?“ Das ist wie ein Domino-Spiel, bei dem jeder zuschaut, wie der erste Stein fällt, und sich dann wundert, warum am Ende alles liegt.

Und weißt du, was mich wirklich wundert? Dass wir über alles reden. Wirklich über alles. Aber nicht darüber, dass Lebensmittelversorgung Sicherheit ist. Und ganz oben auf die politische Agenda gehört. Nicht irgendwo unter ferner liefen.

Ganz oben. Vielleicht sollten wir mal anfangen, die Dinge von vorne zu denken. Nicht erst am Regal. Sondern am Anfang der Kette. Beim Diesel. Beim Dünger. Beim Acker. Beim Futter.

Aber wahrscheinlich nicht.

Autor:

Redaktion Land und Region
Christian Kluge

Fotos: Kluge Kommunikation

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