16.11.2025 – land und region
So, heute reden wir über Politik, die nicht im Sitzungssaal stecken bleibt, sondern im Moor steht, wortwörtlich. Über den Besuch von EU-Kommissarin Jessica Roswall in Niedersachsen und Bremen. Eingeladen vom Landvolk Niedersachsen, mit an Bord der Bremer Bauernverband.
Und bevor einer denkt, das war wieder so ein Pressetermin mit Blumenstrauß und Fotowand: Falsch. Hier ging’s nicht um Schlagzeilen, hier ging’s um Zuhören. Um echten Dialog. Und um Menschen, die wissen, dass man die Probleme der Landwirtschaft nicht durch Fernglas-Politik löst, sondern mit Gummistiefeln.
Jessica Roswall hat’s getan. Sie war da. Vor Ort. Mitten zwischen Landwirtinnen, Landwirten und Flächen, die nicht in PowerPoint, sondern in der Realität existieren. Es ging um Wiedervernässung der Moore, Wiesenvogelschutz und Gewässerschutz, also um die ganz großen Zukunftsthemen unserer Region.
Und das Beste: Es war kein Vortrag, kein Frontalunterricht, kein erhobener Zeigefinger. Es war ein Gespräch auf Augenhöhe. Zwischen Menschen, die verstehen, dass man nur dann Lösungen findet, wenn man dieselbe Erde unter den Schuhen hat.
Und ja, es war lebendig. Es wurde diskutiert, gefragt, erklärt, gelacht. Weil Dialog kein Pflichtprogramm ist, sondern das Fundament von Fortschritt. Das klingt banal, ist es aber nicht. Denn zu oft wird über Landwirtschaft gesprochen, ohne mit ihr zu sprechen. Über Bauern, ohne sie zu treffen. Über Moore, ohne mal in eins reinzusteigen. Politik wird am Schreibtisch gemacht, aber verstanden wird sie nur draußen, da, wo’s nach Boden riecht und nicht nach Aktenordner.
Man kann Moorpolitik nicht vom Konferenztisch aus verstehen, dafür muss man mal reinsinken. Und das meine ich wörtlich. Nur wer die Schuhe danach putzen muss, hat wirklich gesehen, worum’s geht. Es geht um Flächen, Existenzen, Lebensräume, Verantwortung. Um Balance statt Extreme. Genau das hat dieser Besuch gezeigt: Wenn man miteinander redet, anstatt übereinander, entstehen Ideen, keine Fronten.
So geht Europa: mit offenen Ohren, nicht mit fertigen Meinungen. Mit Gespräch statt Schlagzeile. Mit Menschen, die wissen, dass Fortschritt keine Richtung hat, wenn keiner zuhört.
Dieser Besuch hat gezeigt, dass Politik und Landwirtschaft miteinander können, wenn man sie lässt. Und allen, die jetzt wieder herummeckern und sagen „die da oben hören ja doch nicht zu“, kann ich nur sagen: Vielleicht solltest du mal hingehen, wenn sie’s tun.
Aber wahrscheinlich nicht.
Autor:
Redaktion Land und Region
Christian Kluge
Fotos: Kluge Kommunikation