14.05.2026 – land und region
So, heute reden wir mal über Väter. Diese ganz besondere Lebensform, die grundsätzlich erstmal sagt: „Brauch ich nicht.“ und es dann trotzdem im Keller aufhebt. Seit 14 Jahren. Väter werfen nichts weg. Deren Lebesnmotto ist: haben ist besser als brauchen.
Und Väter sind faszinierend. Die können mit absoluter Überzeugung behaupten, dass ein Geräusch im Motor „noch normal“ ist, während die Maschine inzwischen klingt wie eine Waschmaschine voller Besteck und irgendwo im Hintergrund mechanisch bereits der Tod einzieht.
Oder dieses typische Vater-Ding: „Wir tragen das auf einmal.“ Das ist kein Satz.
Das ist eine Lebenseinstellung. Egal ob Getränkekisten, Einkaufstaschen oder eine Waschmaschine mit Eigengewicht eines Kleinwagens. Und dann wird geladen.
Links drei Taschen. Rechts 2 Kisten. Unter dem Arm noch irgendwas, das eigentlich zwei Menschen tragen müssten. Und plötzlich läuft dieser Mann durchs Haus wie ein Packesel mit Bluthochdruck. Bandscheibe egal. Physik egal. Durchblutung der Finger komplett eingestellt.
Aber Hauptsache keine zweite Runde. Und das Beste ist: Selbst wenn unterwegs fast alles runterfällt, die Schulter auskugelt und irgendwo eine Milchtüte platzt würde ein Vater niemals sagen: „Vielleicht war das zu viel.“ Nein. Dann heißt es höchstens: „Hätt ich vielleicht anders greifen müssen.“
Und dann diese unfassbare Mischung aus völliger Gelassenheit und maximaler Katastrophe. Väter können mitten im kompletten Chaos stehen und trotzdem sagen: „Das hab ich mir fast gedacht.“ Während hinter ihnen: der Grill brennt oder irgendwo Funken fliegen. Und trotzdem sind Väter oft genau die Menschen, die einfach da sind. Still. Ohne großes Gerede. Ohne Drama. Die helfen. Reparieren. Abholen. Festhalten.
Und jetzt mal kurz zu Vätern und ihren Töchtern. Da kann ich mitreden. Diese Männer erzählen dir jahrzehntelang, dass sie „nicht so emotional“ sind und schmelzen dann komplett weg, wenn ihre Tochter ihnen einen schief gemalten Zettel mit „Hab dich lieb“ schenkt. Komplett verloren. Der wird emotional zu warmen Kartoffelbrei mit arbeitsschuhen.
Deshalb heute einfach mal: Danke an alle Väter. Für die schlechten Witze. Für die ruhigen Umarmungen. Für das „Ich kümmer mich“. Und für diese ganz spezielle Art, Liebe zu zeigen ohne ständig darüber zu reden.
Und wenn du jetzt glaubst, dein Vater lässt dich morgen den Grill anmachen, ohne fünfmal ungefragt reinzureden dann sag ich dir:
Aber wahrscheinlich nicht.
Autor:
Redaktion Land und Region
Christian Kluge
Fotos: Kluge Kommunikation