06.05.2026 – land und region

So, heute reden wir mal über ein Thema, das zum Himmel stinkt. Und wer jetzt glaubt, das betrifft nur das Land, der hört bis zum Ende zu. Denn dann sind wir nämlich in der Stadt. Wir reden über Müll. Und nein, nicht über den Müll, der ordentlich in einer Tonne liegt. Ich rede von dem Müll, den manche Menschen einfach mitten in die Natur schmeißen, als wäre die Welt ihr persönlicher Resthof.

Sperrmüll auf Wiesen. Autoreifen im Wald. Bauschutt am Feldrand. Farbeimer im Graben. Waschmaschinen im Weizen. Kein Witz. Manchmal stehst du da wirklich und denkst dir: Das hat doch jetzt nicht ernsthaft jemand absichtlich hier abgekippt. Doch. Hat jemand. Und zwar nicht aus Versehen beim Sonntagsspaziergang.

Da hat sich wirklich ein Mensch morgens gedacht: „So… heute fahr ich raus in die Natur und entsorge meinen Scheiß wie ein Waschbär auf Crack.“ Und dann wird der alte Reifen mit voller Überzeugung in den Wald geworfen, als wäre der plötzlich offizieller Bestandteil des deutschen Ökosystems.

Der Rest? Ist dann plötzlich das Problem anderer Menschen. Von Landwirten. Von Waldbesitzern. Von denen, die den Dreck wieder einsammeln dürfen, den irgendein Gehirnakrobat nachts aus dem Kofferraum gekloppt hat.

Du pflegst Flächen. Mähst Wege frei. Versuchst Natur ordentlich zu halten. Und irgendein Vollhorst behandelt deinen Feldweg wie die Rückseite eines Wertstoffhofs mit Freestyle-Entsorgung.

Und nee. Das ist längst nicht nur ein Landproblem. Denn nach manchen Sonnenwochenenden sehen einige Stadtparks inzwischen aus, als hätte dort ein Festival gegen Mülltrennung und Restwürde stattgefunden. Überall Papier. Flaschen. Verpackungen. Einweggrills. Essensreste. Glasscherben.

Menschen gehen offenbar fest davon aus, dass nachts kleine Park-Elfen mit Warnweste auftauchen, um die menschliche Endstufe der Bequemlichkeit wieder einzusammeln. Das Problem ist, dass manche Menschen Orte nur noch benutzen, aber nicht mehr respektieren.

Und wisst ihr, was mich daran am meisten nervt? Kein schlechtes Gewissen. Keine Scham. Nur noch dieses: „Leck mich am Arsch, macht halt irgendwer weg“-Gefühl. Und genau deshalb sehen heute selbst die schönsten Orte manchmal aus, als hätte eine Horde Wildschweine nach drei Dosen Energy einen Betriebsausflug gemacht.

Das hier ist längst kein Müllproblem mehr. Und auch kein Land oder Stadtproblem. Das ist ein Charakterproblem. Ein Werteproblem. Aber gut. Vielleicht sehe ich das ja wieder zu eng.

Aber wahrscheinlich nicht.

Autor:

Redaktion Land und Region
Christian Kluge

Fotos: Kluge Kommunikation

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