25.09.2026 – land und region

Hallo, hallo, ihr kleinen und großen Entdecker!

Wenn ihr in diesen Tagen an einem Apfelbaum vorbeikommt, dann schaut heute einmal nicht nach oben. Schaut nach unten.

Denn dort liegen jetzt oft jede Menge Äpfel im Gras. Manche sehen noch richtig lecker aus. Andere haben braune Stellen, sind schon ganz weich oder sehen so aus, als hätte jemand daran geknabbert.

Und da habe ich mich gefragt: Wer frisst eigentlich all die Äpfel, die niemand vom Boden aufsammelt? Die Antwort ist: Da kommen ganz schön viele Gäste vorbei!

Zum Beispiel die Amsel. Sie sucht sowieso gerne am Boden nach Nahrung und im Herbst und Winter gehören auch Früchte zu ihrem Speiseplan. Ein weicher Apfel unter einem Baum kommt ihr deshalb gerade recht.

Aber schaut einmal noch genauer hin. Vielleicht entdeckt ihr auf einem überreifen Apfel sogar einen Schmetterling. Ja, wirklich! Schmetterlinge besuchen nämlich nicht nur Blüten. Arten wie der Admiral oder der C-Falter saugen auch den süßen Saft aus sehr reifem Fallobst.

So ein alter Apfel kann für einen Schmetterling also fast wie eine kleine Tankstelle sein. Und auch Wespen und Hornissen könnt ihr dort entdecken. Sie interessieren sich ebenfalls für die süßen Früchte.

Aber bitte fasst dann nicht einfach nach dem Apfel. Bleibt ein bisschen entfernt und beobachtet die Tiere in Ruhe.

Und wisst ihr, wer angeblich auch gerne Äpfel sammelt? Der Igel. Zumindest sieht man das in vielen Bilderbüchern. Aber ein Igel läuft nicht durch den Garten und spießt Äpfel auf seine Stacheln.

Er frisst vor allem tierische Nahrung, zum Beispiel Käfer, Larven und andere kleine Tiere. Trotzdem kann Fallobst für ihn interessant sein. Denn wo alte Früchte liegen, finden sich viele kleine Tiere. Und genau die können wiederum für den Igel spannend sein.

Und was passiert mit einem Apfel, den wirklich niemand frisst?

Auch der bleibt nicht für immer liegen. Er wird weich, seine Schale platzt auf und Pilze und winzige Lebewesen beginnen, ihn abzubauen. Nach und nach werden seine Bestandteile wieder Teil des natürlichen Kreislaufs.

Ist das nicht spannend? Wenn ihr also in den nächsten Tagen an einem Obstbaum vorbeikommt, schaut einmal ganz genau ins Gras. Vielleicht entdeckt ihr eine Amsel. Eine Wespe. Einen Schmetterling. Oder kleine Fraßspuren an einem Apfel.

Denn manchmal beginnt eine ganze kleine Naturgeschichte mit einem Apfel, den niemand aufgehoben hat.

Und denkt dran: Fragen stellen ist schlau und rausgehen sowieso!

Autor:

Redaktion Land und Region
Christian Kluge

Fotos: Kluge Kommunikation

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