10.06.2026 – land und region
Wer an einer Pferdeweide vorbeigeht, sieht oft neugierige Tiere am Zaun. Viele Menschen meinen es freundlich und möchten dem Pferd etwas Gutes tun. Ein Apfel aus dem Garten, etwas Rasenschnitt oder die übrig gebliebenen Früchte vom Fallobst. Was nett gemeint ist, kann jedoch schnell zum Problem werden.
Eigentlich ist die Regel ganz einfach: Fremde Tiere werden nicht gefüttert.
Deshalb stehen mittlerweile an Weiden sogar entsprechende Schilder. Nicht, weil Pferdehalter unfreundlich sind oder ihren Tieren nichts gönnen möchten. Sondern weil sie Verantwortung für die Gesundheit ihrer Tiere tragen.
Wer ein Pferd besitzt, achtet genau darauf, was das Tier frisst. Futterumstellungen erfolgen bewusst und kontrolliert. Fremde Menschen kennen diese Hintergründe meist nicht.
Besonders häufig landen Rasenschnitt, Fallobst oder andere Gartenabfälle auf Pferdeweiden. Oft steckt dahinter keine böse Absicht. Viele glauben sogar, sie würden dem Pferd eine Freude machen.
Genau darin liegt das Problem.
Rasenschnitt beginnt schnell zu gären. Fallobst kann bereits angefault sein. Auch Pflanzenreste aus dem Garten können Stoffe enthalten, die für Pferde ungeeignet oder sogar gefährlich sind.
Das Pferd erkennt diese Risiken nicht. Es sieht lediglich Futter.
Pferde besitzen ein sehr empfindliches Verdauungssystem. Bereits ungeeignete oder verdorbene Futtermittel können zu schweren gesundheitlichen Problemen führen.
Im schlimmsten Fall drohen Verdauungsstörungen, Koliken oder andere ernsthafte Erkrankungen. Jeder Pferdehalter kennt die Sorge, wenn ein Pferd plötzlich nicht mehr frisst, unruhig wird oder Anzeichen einer Kolik zeigt.
Fremde Tiere nicht zu füttern ist keine unverbindlichen Empfehlunge. Es dient dem Schutz der Tiere.
Die meisten Menschen handeln aus Freundlichkeit. Genau deshalb lohnt es sich, darüber zu sprechen.
Denn Tierliebe bedeutet nicht, einem Tier einfach etwas zu geben.
Tierliebe bedeutet, die Bedürfnisse des Tieres zu respektieren.
Und deshalb gilt die Grundregel: Nichts über den Zaun werfen und das Pferd einfach Pferd sein lassen. Immer.
Grüße gehen raus ins Land und die Region.
Autor:
Redaktion Land und Region
Christian Kluge
Fotos: Kluge Kommunikation