02.10.2026 – land und region

Hallo, hallo, ihr kleinen und großen Entdecker!

Habt ihr in den letzten Tagen schon einmal nach oben geschaut? Jetzt im Herbst kann man am Himmel nämlich etwas ganz Besonderes beobachten.

Gänse ziehen laut rufend über uns hinweg. Kraniche fliegen in langen Formationen Richtung Süden. Und sogar viele kleine Singvögel sind auf Reisen, manchmal nachts, sodass wir sie überhaupt nicht bemerken.

Aber da habe ich mich gefragt: Woher wissen die Vögel eigentlich, wann es Zeit ist loszufliegen? Schaut ein Kranich morgens auf seinen Kalender und denkt: „Oh, Oktober. Ich muss los!“ Natürlich nicht.

Viele Zugvögel haben eine innere Uhr. Ein Teil ihres Reiseplans ist nämlich angeboren. Viele Zugvögel tragen sozusagen ein Programm in sich, das ihnen sagt: Bald beginnt deine Reise.

Und dabei hilft ihnen etwas, das auch ihr draußen beobachten könnt. Die Tage werden kürzer. Im Spätsommer und Herbst geht die Sonne immer früher unter. Vögel können diese Veränderung wahrnehmen.

Das ist viel zuverlässiger als die Temperatur. Denn im Oktober kann es an einem Tag richtig warm und am nächsten plötzlich kalt sein. Aber die Tage werden trotzdem immer kürzer.

Wenn die Reisezeit näher kommt, passiert noch etwas Spannendes. Viele Zugvögel werden unruhiger und aktiver. Forscher nennen das Zugunruhe. Gleichzeitig fressen viele von ihnen besonders viel und legen Fettreserven an. Denn für einen Zugvogel ist Fett kein unnötiger Winterspeck. Es ist sein Reiseproviant und Treibstoff.

Manche Vögel müssen schließlich Tausende Kilometer weit fliegen.

Und jetzt kommt etwas, das ich besonders erstaunlich finde. Sie müssen nicht nur wissen, wann sie losfliegen. Sie müssen auch wissen, wohin.

Dabei können Zugvögel verschiedene Orientierungshilfen nutzen. Die Sonne, die Sterne, Landschaften und sogar das Magnetfeld unserer Erde können ihnen helfen, die richtige Richtung zu finden.

Ist das nicht unglaublich?

Ein kleiner Vogel kann zum ersten Mal in seinem Leben auf eine Reise gehen, die ihn vielleicht Tausende Kilometer weit führt. Ohne Navi. Ohne Landkarte.

Wenn ihr in den nächsten Tagen draußen seid, schaut deshalb immer mal wieder nach oben.

Und denkt dran: Fragen stellen ist schlau und rausgehen sowieso!

Autor:

Redaktion Land und Region
Christian Kluge

Fotos: Kluge Kommunikation

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