31.01.2026 – land und region
Heute erzähle ich euch von einer ganz stillen Zeit im Jahr. Von Tagen, an denen die Wiesen leer wirken, die Hecken ruhig sind und man viele Tiere plötzlich nicht mehr sieht. Nicht, weil sie verschwunden sind. Sondern weil sie sich zurückgezogen haben. Sie schlafen. Ganz tief und ganz lange. Diese besondere Zeit nennt man Winterschlaf.
Was ist Winterschlaf eigentlich?
Winterschlaf ist keine normale Nachtruhe. Es ist eine lange Pause, die manche Tiere einlegen, wenn der Winter kommt. Draußen wird es kalt und Futter ist kaum zu finden. Deshalb stellen diese Tiere ihren Körper um. Das Herz schlägt viel langsamer als sonst. Die Atmung wird ganz ruhig. Die Körpertemperatur sinkt deutlich ab. So braucht der Körper viel weniger Energie. Man kann sich das vorstellen wie bei einem Licht, das man dimmt, damit es lange hält.
Welche Tiere halten Winterschlaf?
In Deutschland sind es nur bestimmte heimische Wildtiere, die Winterschlaf halten. Der Igel gehört dazu. Er rollt sich zusammen wie ein kleiner Ball mit Stacheln und versteckt sich unter Laub oder in Hecken. Dort schläft er oft viele Monate am Stück. Auch Fledermäuse halten Winterschlaf. Sie hängen kopfüber in Höhlen, alten Kellern oder anderen ruhigen Orten und bewegen sich kaum. Der Siebenschläfer macht seinem Namen alle Ehre. Er verbringt einen großen Teil des Jahres schlafend in Baumhöhlen oder geschützten Verstecken. Die Haselmaus ist sehr klein, ungefähr so groß wie ein Daumen. Sie schläft eingerollt in einem Nest aus Gras und Blättern und ist im Winter fast unsichtbar. Auch der Feldhamster gehört dazu. Er lebt unter der Erde in selbst gegrabenen Gängen. Dort schläft er lange, wacht aber manchmal kurz auf, um von seinen Vorräten zu fressen, die er vorher gesammelt hat. Und sogar Schlangen sind Teil dieser Winterzeit. Viele heimische Schlangen fallen im Winter in eine Winterstarre. Sie bewegen sich kaum und verstecken sich tief im Boden, in Felsspalten oder alten Mauern. Ihr Körper passt sich der Umgebung an, weil sie ihre Wärme nicht selbst erzeugen können.
Wie bereiten sich die Tiere auf den Winterschlaf vor?
Bevor es kalt wird, fressen viele dieser Tiere besonders viel. Nicht aus Hunger, sondern aus einem klugen Plan. Sie legen sich ein Fettpolster an. Dieses Fett ist ihre Vorratskammer für den Winter. Während sie schlafen, lebt ihr Körper von diesen Reserven. Manche Tiere, wie der Feldhamster, sammeln zusätzlich Futter und lagern es in ihren Gängen. So sind sie für viele Wochen gut versorgt, ohne draußen nach Nahrung suchen zu müssen.
Wo schlafen die Tiere im Winter?
Jedes Tier hat seinen eigenen Schlafplatz. Igel schlafen gern unter Laub, Holzstapeln oder in dichten Hecken. Fledermäuse brauchen dunkle, ruhige Orte ohne Frost. Siebenschläfer und Haselmäuse nutzen Baumhöhlen oder sichere Nester. Feldhamster bleiben tief unter der Erde. Schlangen suchen frostfreie Verstecke im Boden oder zwischen Steinen. Allen Schlafplätzen ist eines gemeinsam. Sie sind geschützt, ruhig und sicher. Denn jedes unnötige Aufwachen kostet Energie.
Warum ist Winterschlaf so wichtig?
Im Winter gibt es kaum Nahrung. Insekten sind verschwunden und Pflanzen wachsen nicht. Der Winterschlaf hilft den Tieren, diese harte Zeit zu überstehen. Er spart Energie und schützt vor Hunger. Das ist kein Zeichen von Schwäche oder Faulheit. Es ist eine kluge Anpassung an die Natur und ihre Jahreszeiten.
Was ist daran besonders?
Auch wenn die Tiere sehr tief schlafen, leben sie weiter. Ihr Körper arbeitet ganz langsam. Manche wachen zwischendurch kurz auf, bewegen sich ein wenig und schlafen dann weiter. Fast so, wie wir Menschen, wenn wir uns nachts umdrehen oder die Decke zurechtrücken. Winterschlaf ist also kein Abschalten, sondern ein sehr ruhiger Zustand des Lebens.
Der Winterschlaf zeigt, wie gut Tiere ihre Umwelt verstehen. Sie kämpfen nicht gegen den Winter. Sie nehmen ihn an. Sie ruhen sich aus und warten geduldig, bis der Frühling zurückkommt und neues Leben beginnt.
Und denkt daran: Fragen stellen ist schlau – und rausgehen sowieso!
Autor:
Redaktion Land und Region
Christian Kluge
Fotos: KI, Kluge Kommunikation