02.07.2026 – land und region
Nach den teilweise schwierigen Wetterbedingungen der vergangenen Jahre zeigt sich das Jahr 2026 aus landwirtschaftlicher Sicht bislang erfreulich ausgeglichen. Der Bremer Bauernverband zieht zur Jahresmitte eine insgesamt positive Zwischenbilanz.
„Wenn wir von einem normalen Jahr sprechen, dann meinen wir ein Jahr mit erkennbaren Jahreszeiten und einem Wechsel aus kühleren und wärmeren Phasen sowie ausreichenden Niederschlägen“, erklärt Christian Kluge, Geschäftsführer des Bremer Bauernverbandes. „Genau diese Witterung haben wir bisher erlebt.“
Der Winter hielt in diesem Jahr vergleichsweise lange an. Gerade der Februar war durch Frost und Schneefälle geprägt. Dadurch begann die Frühjahrsbestellung später als in den vergangenen Jahren. Im weiteren Verlauf entwickelte sich das Wetter jedoch günstig. Trockenere Phasen wechselten sich immer wieder mit ausreichenden Niederschlägen ab, sodass sich die Kulturen insgesamt sehr gut entwickeln konnten.
Besonders deutlich wird dies auf dem Grünland. Nach zwei ertragreichen Grasschnitten mit sehr guten Qualitäten konnte vielerorts bereits Mitte Juni der dritte Schnitt eingefahren werden. Das zeigt, wie wüchsig die Vegetation in diesem Jahr bislang ist und wie gut sich die Bestände entwickelt haben.
Auch die zurückliegende heiße und trockene Wetterphase hatte positive Seiten. Sie bot ideale Bedingungen für die Heuernte. Das Heu konnte unter hervorragenden Bedingungen eingebracht werden, sodass sowohl die Erträge als auch die Qualitäten sehr gut ausfallen.
Die anhaltend warmen Temperaturen führen inzwischen dazu, dass auf den leichteren Standorten bereits mit der Gerstenernte begonnen werden konnte. Nach derzeitiger Einschätzung werden auch bei Wintergetreide und Raps gute Erträge erwartet. Die Bestände haben sich über weite Strecken des Jahres unter günstigen Bedingungen entwickelt.
Auch der Mais profitiert aktuell von den sommerlichen Temperaturen. Die Bestände präsentieren sich vielerorts kräftig und gut entwickelt.
Wie in jedem Jahr bleibt jedoch ein Unsicherheitsfaktor bestehen: Lokale Gewitter mit Starkregen, Hagel oder Sturmböen können innerhalb weniger Minuten erhebliche Schäden verursachen. Lagergetreide oder Maisbestände können regional betroffen sein. Nach aktuellem Stand handelt es sich dabei jedoch um örtlich begrenzte Ereignisse und nicht um ein flächendeckendes Problem.
Der Bremer Bauernverband blickt deshalb insgesamt vorsichtig optimistisch auf die kommenden Wochen. Noch ist die Ernte nicht abgeschlossen und bis zum letzten Mähdrescher kann sich vieles verändern. Die bisherigen Voraussetzungen für eine gute Ernte sind jedoch insgesamt günstig.
„Landwirtschaft lebt vom Wetter. Ein Jahr wie dieses zeigt, dass es nicht immer Extreme sein müssen. Ein Wechsel aus Sonne, Regen und den typischen Jahreszeiten ist häufig genau das, was unsere Kulturen für eine gute Entwicklung brauchen.“ sagt Christian Kluge.
Grüße gehen raus ins Land und die Region.
Autor:
Redaktion Land und Region
Christian Kluge
Fotos: Kluge Kommunikation