16.07.2026 – land und region
Wenn Menschen an einen Reitverein denken, sehen sie meistens etwas sehr Schönes. Kinder, die ihre ersten Runden auf einem Pony drehen. Jugendliche, die mit ihren Pferden trainieren. Turniere, Schleifen und glückliche Gesichter.
Das gehört auch alles dazu.
Aber jeder, der schon einmal Zeit in einem Reitverein verbracht hat, weiß: Das ist nur die eine Hälfte der Geschichte. Zur anderen Hälfte gehören Schubkarren. Mistgabeln. Besen. Schaufeln.
Und manchmal eben auch der Äppeldienst.
Das sind genau die Aufgaben, um die sich niemand besonders reißt. Sie sind weder spektakulär noch machen sie sich gut auf einem Foto. Aber sie entscheiden darüber, ob ein Vereinsleben funktioniert.
Denn Gemeinschaft entsteht nicht nur dort, wo alle gemeinsam feiern.
Sie entsteht vor allem dort, wo Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, auch dann, wenn die Aufgabe gerade nicht besonders beliebt ist. Genau deshalb musste ich schmunzeln, als mir die Idee zu diesem Bruno kam.
Nicht, weil das Abäppeln besonders lustig wäre. Sondern weil wahrscheinlich jeder Reitverein diese Diskussion kennt. „Wer macht heute den Äppeldienst?“ Und trotzdem gibt es am Ende immer Menschen, die mit anpacken.
Oft sind es genau dieselben. Sie fegen die Stallgasse. Sie räumen auf. Sie helfen den Kleineren. Sie kümmern sich um die Anlage. Nicht, weil sie dafür Applaus bekommen. Sondern weil sie ihren Verein mögen.
Ich glaube, genau das ist der eigentliche Wert eines Reitvereins.
Kinder lernen dort nicht nur reiten. Sie lernen Verantwortung. Verlässlichkeit. Und dass Gemeinschaft nicht nur aus den schönen Momenten besteht. Sondern auch daraus, die Aufgaben zu übernehmen, die niemand sieht.
Vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Lektionen, die ein Reitverein vermitteln kann.
Und vielleicht gilt sie nicht nur dort.
Sondern für jede Gemeinschaft, die dauerhaft funktionieren soll.
Grüße gehen raus ins Land und die Region.
Autor:
Redaktion Land und Region
Christian Kluge
Fotos: Kluge Kommunikation