21.10.2026 – land und region
So, heute mal wieder etwas aus der Rubrik: Reden hilft. Nicht reden macht aber auch nichts. Zumindest für diejenigen, die anschließend keine Umwege bezahlen müssen. Der Fall: Eine Straße wird saniert. Großartige Sache. Die hat es nötig. Da sind wir uns einig. Also sperrt man sie für zwei Wochen. Bis Ende Oktober.
Und dann?
Da stehen ja links und rechts Bauernhöfe. Mit echten Landwirten drin. Wer hätte das ahnen können? Die Betriebe stehen da schließlich erst seit mehreren Generationen. Und Landwirtschaft betreiben die dort auch erst seit ungefähr derselben Zeit. Da kann man natürlich nicht erwarten, dass so etwas bei der Planung auffällt.
Straßensanierungen sind natürlich eine komplizierte Angelegenheit. Da müssen Baufirmen koordiniert, Zeitpläne abgestimmt, Genehmigungen eingeholt und tausend Dinge berücksichtigt werden. Das ist viel Arbeit. Keine Frage. Und davor habe ich auch Respekt.
Aber jetzt kommt etwas, was ungewöhnlich erscheint: Landwirtschaft ist auch Arbeit. Und zwar eine, bei der man den letzten Grasschnitt nicht einfach auf November verschieben kann, weil im Oktober gerade die Straße fehlt.
Der Häcksler fährt. Die Abfahrer fahren. Und wenn die plötzlich einen halben Landkreis umrunden müssen, um zum Silohaufen zu kommen, steht irgendwann der Häcksler still. Aber das ist ja nicht schlimm. Kostet ja nur Geld. Und Diesel? Bei den aktuellen Preisen praktisch ein Freizeitvergnügen für Menschen mit ausgeprägter Freude an finanzieller Selbstzerstörung.
Und von der Sperrfrist für die Gülleausbringung, die am 1. November beginnt, will ich gar nicht reden. Vielleicht hat man in der Verwaltung ja einen Kalender, in dem der Oktober 47 Tage hat. Würde einiges erklären. Halte ich aber für unwahrscheinlich.
Jetzt ernsthaft: Wie schafft man es eigentlich, eine Straße zu sperren, ohne vorher mit den Betrieben zu reden, die an dieser Straße liegen? Oder nur rechtzeitig zu informieren. Vielleicht könnte man ja miteinander reden. Vielleicht findet man eine Lösung. Vielleicht auch nicht. Aber dann können die Betriebe wenigstens planen.
Stattdessen sollen Landwirte ihre Arbeit vorausschauend organisieren, alle Fristen einhalten und immer mehr Verordnungen berücksichtigen, während es bei der Baustellenplanung offenbar schon als übertriebener Luxus gilt, vorher einmal auf eine Karte zu schauen und zum Telefon zu greifen.
Könnten wir uns vielleicht darauf einigen, dass eine Straßensanierung nicht zwingend mit einer Vollsperrung des gesunden Menschenverstands einhergehen muss?
Aber wahrscheinlich nicht.
Autor:
Redaktion Land und Region
Christian Kluge
Fotos: Kluge Kommunikation